Willi Buesing - Expressive realistische Malerei

Figurative Kunst, Mythen, Poesie, Phantasie, Magie und Inspiration

 

Expressiver Realismus beschreibt annähernd den Charakter meiner Malerei. Eine alternative Wortschöpfung fällt mir nicht ein. So begnüge ich mich vorerst mit dem Begriff der expressiven realistischen Malerei, die in etwa meinen Kunststil in Worte zu fassen vermag: expressiv und ausdrucksstark in Farbe und Form und entsprechend meiner optischen Wahrnehmung realistisch.

 

Der Expressive Realismus ist wie andere Kunststile auf eine bestimmte Zeit und auf die "verschollene" oder "vergessene Generation" reduziert worden. Gleichwohl finde ich es unangemessen, meine Malweise etwa als neo-expressive realistische Malerei zu kennzeichnen.  Zumal Kunststile übernommen und weiterentwickelt werden können.

 

Der Expressive Realismus nimmt eine besondere Position innerhalb der zeitgenössischen Kunst ein. Denn anders als die Kunststile der künstlerisch zu überwindenden  Moderne erhebt dieser Kunststil nicht den Anspruch, alles neu erfinden zu müssen. Vielmehr baut er auf verschiedene Stile der Kunstgeschichte auf und entwickelt sich den individuellen Ansprüchen der Künstler entsprechend weiter. Meine Kunst der expressiven realistischen Malerei zuzuordnen führt mich aus einer Sackgasse heraus, die ich in der informellen, abstrakten Malerei der Moderne gegeben sehe.

 

Es gibt zahlreiche Künstler, Kunststile, Malweisen und Techniken, die mir den Weg zu meiner eigenen Malerei geebnet haben. Die Geschichte der Malerei ist ein nahezu unendlich großer Schatz. Es käme einer Missachtung meiner Vorgänger gleich, würde ich diese nicht für mich selbst nutzen wollen.  

 

Harlekin mit Drachen
"Harlekin", Acryl auf Leinwand, 60 cm x 80 cm, 2017
Willi Büsing malt am Landschaftsbild "Aus dem Schatten heraus" in seinem Atelier "Corazón Verde" (übersetzt: Atelier Grünes Herz, in dem er  gemeinsam mit seiner Ehefrau und Künstlerkollegin, Jennifer Jennsel, arbeitet.
Willi Büsing malt am Landschaftsbild "Aus dem Schatten heraus"

Geschichte, Mythologien, Gegenwart und Erinnerung

Meine Motive fußen im wesentlichen auf Geschichte(n), Mythologien, individuellen Erinnerungen und Eindrücken in der Gegenwart. Sie bilden den Grundstock meiner Gedanken und Gefühle, mein „Arbeitsmaterial“.

 

Mythologien, Religionen und Geschichte sind eng miteinander verbunden und oftmals schwer zu trennen. Zugleich ist das, was und wie ich denke und fühle das Produkt dieser Gemengelage. Darum will ich wissen, ob und was mythische Gestalten wie Adam und Eva, Ask und Embla, Kain und Abel, Odysseus, Odin, Loki und Thor mit mir zu tun haben.

 

Warum wurden in Deutschland Gestalten der orientalischen und der römisch-griechischen Mythologie „heimischer“ als die der nordischen, slawischen, keltischen oder germanischen Mythologie? Warum ist das eine Mythologie und das andere eine Religion?

 

Über all das, sowie über viele andere Mythologien, Religionen und Geschichte(n) der Welt, will ich mir Klarheit verschaffen. Fragen und Antworten dazu fließen in einigen meiner Bilder ein. Das Material für meine Malerei erscheint mir dabei unerschöpflich. 

 

Nicht zuletzt geht es mir aber auch um das Triviale und Profane des Alltäglichen, das den Großteil unseres Lebens bestimmt und deshalb etwas Besonderes darstellt.

 


Expressiv realistisches Selbstportrait nach einem Foto aus meiner Kindheit. Das Foto zeigt mich, anders als in dem hier von mir gemalten Bild, auf einem Teppich vor einem Radio und darüber befindlichen Fernseher im elterlichen Wohnzimmer sitzend.
Der kleine Harlekin, Acryl auf Leinwand, 80 cm x 100 cm, 2014

Der Einzug der Harlekine

 

Der "große" Harlekin führt einen Drachen an. Derweil sitzt der kleine Harlekin wie verlassen im freien Feld.

 

Der Harlekin ist eine vielschichtige Bühnenfigur mit dämonischen Zügen. Die Legende der "wilden Jagd" der "Herlekin-Leute" stammt aus dem 11. Jahrhundert und bezieht sich auf Odins Herr. Die "wilde Jagd" findet alljährlich zur Weihnachtszeit bzw. den "Rau(h)nächten" statt. Ursprünglich handelte es sich dabei vermutlich um jene zwölf Nächte, die dem Mondkalender entsprechend zwischen der Wintersonnenwende und dem Neujahr lagen. In diesen "außerhalb der Zeit" liegenden Tagen und Nächten war es ratsam Zuhause zu bleiben und dem wilden Herr Odins (Herr des Königs=Har-Le_kin) aus dem Weg zu gehen.

Es gibt auch das Bild des unberechenbaren Loki, dem Blutsbruder Odins, das ihn als einen Harlekin mit einem Fischernetz zeigt. Wir sollten uns hüten, ihm ins Netz zu gehen.

Die Bildserie "Tanz des Lebens - rot gelb blau"

Die Bilder der achtteiligen Serie "Tanz des Lebens - rot gelb blau" expressiver realistischer Malerei entstanden im Jahr 2016.

Das Konzept für die Bildserie war, Leben in Form eines Tanzes auszudrücken und mich bei den einzelnen Bildern auf eine Farbe zu beschränken. In der Folge ist ein lebendiger Farbkreis des Lebens entstanden: in den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett und wieder Rot, Weiß und farbiges Schwarz .