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Eva und die verbotene Frucht

Adam und Eva. Eva hält den Apfel in sieht dem Betrachter des Bildes entgegen, als ob sie fragt, möchtest Du auch mal beißen? Adam indes hält eine Hand vor Augen, als ob er sich für Evas Tun schämt und mit der Angelegenheit nichts zu tun haben möchte.
Eva, gib den Apfel her! Gouache auf Baumwolle, 50 cm x 70 cm, 2007

Der Gedanke ist mir erst heute gekommen, dass mit der verbotenen Frucht weder Apfel noch Granatapfel gemeint ist, sondern vielmehr auf die Fruchtbarkeit der Frauen abzielt. Taufen und Beschneidungen sind demnach dazu da, die sündige Frucht zu reinigen und in etwas zu verwandeln, das dem Herrn bzw. den herrschenden (männlichen) Priestern gehört.

 

Die Verbindung von verbotener Frucht, Frau und Schlange ergibt sich aus der Bedeutung, die die Schlange in der nunmehr „überwundenen“ Religion der (evtl.) zuvor herrschenden Priesterinnen inne gehabt hatte.

 

Vor wenigen Wochen musste ich lernen, dass es bis heute keine Belege für die Existenz eines Matriarchats gibt. Einige Leute erklärten sinngemäß, dass heute die Nichtexistenz des Matriarchats bewiesen sei. Dies ist aber mitnichten so. Denn bis heute ist für die sog. Vorgeschichte weder der Beweis für die Existenz des Matriarchats noch die Existenz des Patriarchats bewiesen. Vereinfacht ausgedrückt, wir wissen zu wenig über die vorgeschichtlichen Strukturen der Gesellschaft.

 

Gleichwohl kennen wir Abbildungen und Skulpturen von Schlangengöttinnen (Mondgöttinnen) oder Schlangenpriesterinnen. Dabei symbolisiert die Schlange die Fruchtbarkeit und den Quell des Lebens. Zudem wird sie aufgrund der Häutungen als ewig jung und unsterblich angesehen.

 

In vielen Kulturen wird die Schlange noch heute verehrt. In der christlichen Religion ist die Schlange ein ambivalentes Symbol. Einerseits steht sie für Christus selbst. Andererseits steht sie für das Böse und ist das Sinnbild für den Widersacher Gottes. Immerhin kommt so der Schlange eine anhaltende Bedeutung und nicht zu unterschätzende Macht zu, die aus der Perspektive des (männlichen) Gottes zu bekämpfen ist.

 

 

Natürlich ist das alles pseudowissenschaftlicher und „feministischer Unsinn“, so wie das Paradigma von der Überlegenheit des Mannes.

 

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Granatäpfel symbolisieren die verbotene Frucht und Erbsünde des Menschen. Das Fruchtfleisch des Granatapfels erscheint wie ein mit Blut verschmiertes Neugeborenes.
Granatäpfel, Gouache u. Acryl auf Baumwolle, 50 cm x 60 cm, 2008

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