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Annaeherung

Stillleben mit Karotten, rotem Kohlrabi, Zwiebeln, Pflaumen, Trauben und Salat
Stillleben, Acryl auf Baumwolle, 40 cm x 30 cm, 2019

Bei Studien der menschlichen Anatomie, von Stillleben und Landschaften geht es um die Annäherung an visuelle Erscheinungen, die sich unter verschiedenen Einflüssen verändern. Diese Veränderungen können u.a. durch Licht, Temperatur, Blickwinkel oder Entfernung herbeigeführt werden. Wesentlich ist jedoch, dass die „toten Dinge“ veränderlich, quasi und entgegen ihrer „objektiven Bestimmung“ lebendig sind. Zwar lässt sich aus naturwissenschaftlicher Perspektive einräumen, nicht die Dinge selbst, sondern die äußeren Einflüsse tragen zur Änderung der Erscheinungen bei. Aber inwieweit sind Licht, Temperatur, Zeit und Raum als lebendig oder tot anzusehen? Hierzu gibt es sicherlich eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung, die ich selbst jedoch als Künstler trotz aller Plausibilität als fragwürdig erachten will. Denn auch ein Maler wie Van Gogh musste beim Versuch scheitern, inmitten eines Sonnenblumenfelds das Licht einzufangen. Und war es nicht der „tote Staub“, der den Urknall und damit alles Leben bewirkte?

 

Die sichtbaren visuellen Veränderungen der Dinge zeigen zugleich deren wie unsere Vergänglichkeit auf. Der offenbare Sterbeprozess einer bestimmten Erscheinung führt zugleich zum Werden von etwas Neuem. Das Dasein ist in diesem Sinne eine Metamorphose, die jedem endgültigen Zustand entgegenwirkt. Als Künstler nähere ich mich mit jedem neuen Werk dem scheinbar sinnlosen Wirken des unermüdlichen Sisyphos an. Mein Antrieb dabei ist es, das nicht zu Ergründende zu erfassen. Auch wenn ich niemals das Ziel erreichen werde, etwas Vollkommenes im Sinne eines unabänderlichen Zustandes zu malen, wird mich jeder erneute Versuch glücklich machen.

 

 

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