Wenn uns der utopische Regen vom dystopischen Schlamm befreit, werden wir überrascht sein. Wir werden dieser Neuerung mit Skepsis begegnen. So wie Viele noch den Lügen der Kriegstreiber Glauben schenken, die Demokratie predigen und uns unterdrücken; die Frieden verkünden und Panzer bauen. Sie zeigen mit dem Finger auf den vermeintlichen Dieb, um von eigenen Raubzügen abzulenken. All das können wir sehen. Lange schon. Aber wir schauen uns ängstlich um, ob wir die Wahrheit auch aussprechen können
Waere es nicht gut, wenn wir alle noch einmal alles neu beginnen koennten? Ja. Aber es waere nur sinnvoll, wenn wir unser "Wissen" vergessen koennten, um Unsinniges beseitigen zu koennen.
In den vergangenen Wochen ist in meiner Malerei die Landschaft in den Vordergrund gerückt und der Mensch fast verschwunden. Das mag damit zu tun haben, dass Dystopien zunehmend mehr Glauben geschenkt wird. Damit ist zwar die Utopie von einer sozial gerechteren Gesellschaft nicht gestorben, aber sie muss um ihr Überleben kämpfen.
In der historischen wie gegenwärtigen Wirklichkeit spiegelt sich immer auch die Wahrheit der Sieger in der Geschichte und den Mächtigen der Gegenwart wieder. Natürlich sind auch die Mythologien der Welt von diesen Wahrheiten geprägt. Für die Utopie bedeutet das, solange sie sich nicht der Wirklichkeit gesellschaftlicher Machtverhältnisse bewusst ist, wird sie unweigerlich von dieser geprägt sein. So bleibt die Utopie in der Gegenwart und Geschichte sozialer Ungleichheit gefangen.
Die in Vergessenheit geratenen Schutzgoetter sind inzwischen selbst auf Schutz angwiesen. Dabei verlieren sich die Menschen in Eigennutz, Individualismus und eine Freiheit, die keine Ruecksicht auf den Naechsten nimmt.
Wenngleich die Meisten auf ein Ende der unser Leben bestimmenden Pandemie hoffen, ist zugleich die Aussicht auf den Tod fuer Viele Wirklichkeit geworden. Auch wenn wir das gerne vergessen wollen, trifft es uns am Ende alle.
Glueckliche Menschen muessen keine Kunst machen. Nichtsdestotrotz koennen Kuenstler*innen gluecklich sein, weil sie in einer unvollkommenen Welt leben, die das kuenstlerische Streben nach Vollkommenheit weckt.
Utopien sind greifbar und gegenwaertig. Trotzdem werden sie als sinnlos, unerreichbar und illusionistisch angesehen. Dabei ist die als real angesehene Gesellschaftsordnung ein Beispiel fuer unuebertroffene Absurditaet.
Das Bild "Das goldene Zeitalter" ist ein naives sowie expressives Gemaelde, das ich einst waehrend einer Ausstellung als Teil eines Triptychons im Beisein der Ausstellungsbesucher gemalt habe. Es ist mehr als bedauerlich, dass wir nicht einem solchen Zeitalter leben.
Mit der Erfindung der Fotografie sahen viele das Ende der Malerei vorher. Aber die Malerei konnte sich trotz und teils sogar aufgrund der Fotografie behaupten. Mit der Vielzahl an digitalisierten Bilder stellt sich eine neue Herausforderung.